Häusliche Gewalt

Lass uns reden!

Häusliche Gewalt als weit verbreitetes Phänomen kann jede/jeden treffen. Insbesondere Gewalt gegen Frauen ist ein allgegenwärtiges Problem in der Gesundheitsversorgung. Sie umfasst häusliche Gewalt, aber auch andere Arten von Gewalt, von denen ausschließlich oder überproportional häufig Frauen betroffen sind. 

Seitenanfang Hintergrund Ziel und Methodik Ergebnisse und Diskussion Conclusio Projektteam

Hintergrund

Es werden fortlaufend Verbesserungen angestrebt, um den von Gewalt betroffenen Frauen die bestmögliche Unterstützung anbieten zu können. Der Abbau von Barrieren beim Zugang zu Gewaltpräventionseinrichtungen und das Wissen über Überweisungsmöglichkeiten sind wichtige Aspekte bei der Betreuung von Frauen, die von Gewalt betroffen sind.

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Ziel und Methodik

Im Rahmen einer mehrteiligen Studie, die durch den Tiroler Wissenschaftsfond (TWF) unterstützt wird, beschäftigt sich das Team des FH-Bachelor-Studiengangs Hebamme in Kooperation mit dem Frauengesundheitszentrum an den Universitätskliniken Innsbruck (Mag.a Dr.in Heidi Siller, Univ.-Prof.in Dr.in Margarethe Hochleitner) mit der Rolle des medizinischen Personals und des Gesundheitspersonals bei Identifizierung von und Umgang mit Klientinnen, die häusliche Gewalt erlebt haben. Als Teil dieses Forschungsvorhabens, wurden drei qualitative Erhebungen mit 15 Hebammen, 21 Hebammen-Studierenden und 11 VertreterInnen von Gewaltschutzeinrichtungen mittels leitfadengestützter Interviews bzw. Gruppendiskussionen in Tirol durchgeführt.  

Ergebnisse und Diskussion

Die Ergebnisse dieser Erhebungen zeigten, dass zwischen den Berufsgruppen eine noch zu geringe Vernetzung besteht, im Kontext zu Gewalt und Schwangerschaft. Es wurde auch festgestellt, dass Hebammen, die eine Ausbildung zum Thema Gewalt gegen Frauen erhalten hatten, sowie jüngere Hebammen und Hebammen-Studierende dem Thema Gewalt gegen Frauen offener gegenüberstanden. In den Interviews erwies sich die kontinuierliche Betreuung als wichtiges Anliegen. Dies spiegelt sich auch in der Selbstwahrnehmung der Hebammen als Begleiterinnen wider. Von Seiten der Gewaltpräventionseinrichtungen wurde berichtet, dass sich Schwangere nur sehr selten an sie wandten. 

Conclusio

In der Gesamtbetrachtung der drei Erhebungen verdeutlicht sich eine Kluft zwischen den verschiedenen AkteurInnen im Bereich der Gewaltprävention verbesserte Kontakt- und Vernetzungen initiiert werden sollen.  Daher wurden durch das Projektteam Meet & Greets entwickelt, in denen Hebammen, Fachleute (PsychologInnen & PsychotherapeutInnen) und VertreterInnen von Gewaltpräventionseinrichtungen ein Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen bilden können. Durch den Aufbau regionaler Netzwerke sollen zukünftig Barrieren abgebaut und der Zugang zu adäquater Unterstützung verbessert werden. 

Ab dem Wintersemester 2021 wird resultierend aus dem Projekt jährlich ein Meeting zu Wissen - Reflektieren - Gegen Gewalt Handeln Gemeinsam mehr sehen: Gewalt erkennen an der fh gesundheit angeboten.