Von der mikropatternierten Zellkultur zu den Mechanismen der Lungenfibrose
Eine neue wissenschaftliche Zusammenarbeit, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation, zeigt, wie moderne Zellkulturmodelle zur medizinisch orientierten Forschung beitragen können.
Die Studie eines Forschungsteams um Professor Herbert B. Schiller am Helmholtz Munich und an der Ludwig-Maximilians-Universität München untersucht, wie die physikalischen Eigenschaften der Zellumgebung das Verhalten von Lungenzellen beeinflussen. Im Fokus steht die Umwandlung gesunder Lungenfibroblasten – Zellen, die zum Aufbau und zur Reparatur des Lungengewebes beitragen – in sogenannte Myofibroblasten. Diese können die Bildung von Narbengewebe fördern und damit zur Lungenfibrose beitragen, bei der gesundes Lungengewebe zunehmend durch Narbengewebe ersetzt wird.
Im Rahmen der Zusammenarbeit brachte Dr. Julien Polleux von der fh gesundheit seine Expertise in mikropatternierten Zellkultursubstraten ein. Auf diesen speziell gestalteten Oberflächen können Zellen in genau definierten Formen kultiviert werden. Dadurch lassen sich Zellform, Zellkräfte, innere Zellstrukturen und die Form des Zellkerns präzise untersuchen. Die Experimente ergänzten und bestätigten Beobachtungen aus komplexeren 3D- und patientenbasierten Modellen.
Die Zusammenarbeit verbindet grundlegende Zellbiologie, Bioengineering und medizinisch orientierte Forschung und zeigt, wie kontrollierte Zellmodelle dazu beitragen können, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und langfristig patientenorientierte Forschung zu unterstützen.
Publication: Kadri S. et al., Mechanosensitive phosphorylation of NFATC4 at S213/S217 drives fibroblast-to-myofibroblast transition and fibrosis, Journal of Clinical Investigation (2026), 136(17), e195121.